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Trainieren in der Coronazeit für die Qualifikation zur Virtuellen Rope Skipping Weltmeisterschaft


(Koblenz/Veitsrodt) Sportlich trainieren zu Coronazeiten! Geht das überhaupt? Grundsätzlich nein, es sei denn man/frau ist Berufssportler oder gehört einem olympischen Bundes- oder Landeskader an. Darüber hinaus gibt es noch einige wenige weitere Ausnahmetatbestände. Auf einen der Ausnahmetatbestände soll nachgehend eingegangen werden.

Beginnen wir mit dem Bericht zeitlich gesehen bei der virtuellen Rope Skipping Bundestagung Mitte Januar 2021. Das Technische Komitee berichtete, dass aufgrund des bestehenden und des erwarteten Infektionsgeschehens in 2021 die realen sowie die als „Ersatz“ geplanten Virtuellen Deutschen Rope Skipping Mannschaftsmeisterschaften nicht stattfinden werden.


Die vom IJRU Weltverband ausgeschriebenen Weltmeisterschaften sollen jedoch ausgerichtet werden. Daher hat das TK entschieden, den drei stärksten deutschen Teams je Einzeldisziplin wie auch den drei stärksten deutschen Einzelspringern je Einzeldisziplin eine Qualifikationsplattform zu bieten. Für die Teilnahme an der Qualifikation wurde ein pragmatischer Ansatz gewählt. Alle, die sich für die ausgefallen DM´s in 2020 qualifizierten, dürfen ihre in den heimischen Sporthallen aufgenommenen Videos zur Auswertung dem Deutschen Turnerbund zusenden. Einsendeschluss ist Ende März 2021.


So weit so gut. Abgesehen von dem sportlich ambitionierten Zeitplan. Wo bitte sollte bei überwiegend geschlossenen Hallen und einem allgemeinen Trainingsverbot trainiert werden. Zum Glück sah die damals gültige 15. Coronaverordnung für Rheinland-Pfalz Trainingsmöglichkeiten für Sportler vor, „die sich für die Teilnahme an bevorstehenden Europa- und Weltmeisterschaften qualifiziert haben oder im Jahr 2021 qualifizieren können.“ Damit war die erste Hürde auf dem Weg zu einem geregelten Trainingsbetrieb genommen.


Trainieren ja, aber nur mit einem genehmigten Hygienekonzept. Auf dieses Konzept legt nicht nur der Verordnungsgeber großen Wert, sondern auch die Verantwortlichen des TuS Mackenrodt 1910/21, des TV 1848 Oberstein und der TG Oberlahnstein 1878. Diese drei Vereine aus dem Turnverband Mittelrhein stellen nämlich die für den „Qualifikationswettkampf“ in Frage kommenden Sportler*innen. Also verfasste der Autor ein Hygienekonzept, das die subjektiv größtmögliche Sicherheit vor einer Infektion vorsieht. Das Konzept wurde anschließend vom zuständigen Referat und der Geschäftsführung des TVM gewertet und mit einigen sinnvollen Ergänzungen an die Kreisverwaltungen des Nationalparklandkreises Birkenfeld sowie des Rhein-Lahn-Kreises gesandt. Im Nationalparklandkreis Birkenfeld leistete der Sportkreisvorsitzende Bernd Pohl wertvolle Schrittmacherdienste. Bei den Kreisverwaltungen war man/frau ebenso wie beim Verband sehr bemüht zu Helfen und nach weniger als zwei Wochen war aus dem Entwurf eines Hygienekonzepts ein fertiges Hygienekonzept entstanden. Das Konzept wurde danach ganz sportlich auch den Freunden vom Pfälzer Turnerbund für dessen Rope Skipping Vereine und dem TK Rope Skipping zur Verfügung gestellt.


Nun galt es die entsprechenden Hallen zu finden, was insbesondere den TuS Mackenrodt 1910/21 vor eine große Herausforderung stellte, da der Verein bekanntlich über keine eigene Turnhalle verfügt. Der Abteilungsleiter Rope Skipping, Thomas Lucas machte sich also auf den Weg, schrieb viele Mails und führte persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen bei der Nationalparkverbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen und dann war es geschafft. Die Hallenkapazitäten wurden gefunden. Nicht immer zu den gewünschten Zeiten, aber für das große Ziel sich für eine WM zu qualifizieren geht man/frau gerne einmal Kompromisse ein.


Trainieren im Rahmen des Hygienekonzeptes bedeutet unter anderem: regelmäßige Coronatests zu Lasten der jeweiligen Vereine, trainieren nur in festen Kleingruppen, trainieren nur mit dem eigenen Seil, Abstand halten vor, während und nach dem Training, keine Trainingsbesucher, Desinfektion aller Flächen, welche im Training genutzt wurden, regelmäßiges ausgiebiges Lüften der Sporthalle, kein Händeschütteln und Abklatschen etc., etc.


Nun trainieren nahezu alle DM Qualifizierten ganz fleißig im Rahmen des bestehenden Hygienekonzepts. Nahezu alle Qualifizierten, da sich kaum eine*r die Chance nehmen lassen will bei der hoffentlich einmaligen virtuellen Weltmeisterschaft dabei zu sein. Sollte es nicht zur WM Qualifikation reichen, hat man/frau auf jeden Fall wieder das lange vermisste Training aufgenommen und eventuell reicht es ja auch für die Qualifikation zum virtuellen Open Tournament (Plätze 4 bis 6 beim Qualifikationswettkampf). Wer sich Qualifiziert gehört auf jeden Fall in 2021 zu den besten deutschen „Virtuellen Rope Skipper*innen“.


Wichtiges PS:


Der Weltverband IJRU hat inzwischen wohl erkannt, dass das Virus weltumspannend unterwegs ist und daher in nahezu allen Ländern nur sehr eingeschränkt oder gar nicht trainiert werden kann. Folglich wurde Anfang März die Meldefristen zur virtuellen WM/open Tournament um mehrere Wochen verschoben. Das lässt den Springer*innen mehr Zeit zum Trainieren, um möglichst nahe an das Leistungsvermögen vor Beginn der Pandemie zu gelangen.


Thomas Roland

Fachwart Rope Skipping

im Turnverband Mittelrhein